1. Mai: Werben für Abrüstung am Tag der Arbeit

Bei der DGB-Kundgebung weist die DFG-VK auf die Aktion "Meine Stimme für das Atomwaffenverbot" hin

Seit Jahren sind wir als DFG-VK-Gruppe zusammen mit dem Friedensplenum Mannheim bei der DGB-Mai-Kundgebung auf dem Mannheimer Marktplatz und dem anschließenden Mai-Fest mit einem Infostand vertreten. Dabei haben wir den Leuten immer Angebote gemacht,  wie sie sich konkret und direkt für Friedensforderungen einzusetzen können, zum Beispiel für das Rüstungsexportverbot oder die Kürzung von Rüstungsausgaben. Wer wollte, konnte sich in Unterschriftenlisten eintragen oder eine Protestpostkarte an die Bundesregierung oder an den Rheinmetall-Boss Papperger ausfüllen. Zusätzlich boten wir Hintergrundinformationen in Form von Flyern und Broschüren für die Erwachsenen an und für die Kinder das Dosenwerfen. Sie konnten ihre Treffsicherheit erproben und „Runter mit der Rüstung“ spielerisch in die Tat umsetzen, indem sie mit Waffenfotos beklebte Dosen abwarfen. Das alles fiel am 1. Mai 2021 flach wie bereits 2020. Aber wir haben trotzdem Mittel und Wege gefunden, um zum Mitmachen anzuregen.

Volksabstimmung von unten?
Aktionspostkarte Meine Stimme für das Atomwaffenverbot„Ohne Rüstung Leben“ (ORL) macht es mit der Aktionspostkarte „Meine Stimme für das Atomwaffenverbot!“ möglich, den Parteien eine Postkarte zu schicken. Mit dieser fordern die Absender*innen sie auf, sich vor der Bundestagswahl 2021 klar zum Atomwaffenverbot zu bekennen. Die Parteien sollen sich für einen schnellstmöglichen deutschen Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag einsetzen und für den Abzug aller verblieben US-Atombomben aus Deutschland sowie gegen die Beschaffung neuer Atomwaffen-Trägerflugzeuge für die Bundeswehr.

Je mehr Menschen die Chance nutzen und Karten (oder Mails) an die Parteizentralen schicken, desto mehr kommt das einer Volksabstimmung von unten gleich. Wir danken dem Geschäftsführer der IG Metall Mannheim, Thomas Hahl, dass er auf unsere Bitte eingegangen ist und in seiner Rede auf uns und die Aktionspostkarte hingewiesen hat.

Jetzt die (Abrüstungs)Karte zeigen
Unterstütze auch Du die Akton und bestelle die kostenlosen Postkarten bei ORL und schicke sie an die Parteien. Am besten Du forderst gleich mehrere an und gibst sie in Deinem Umfeld weiter. Hier kannst Du Karten bestellen und/oder eine entsprechende Mail an die Parteien schicken.

„Mach was wirklich zählt“

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und die Bundeswehr haben ihre Chance schnell erkannt, ihr schlechtes Ansehen zu verbessern und bieten den Kommunen an, Soldat*innen für die Corona-Pandemie-Bekämpfung abzukommandieren. Um Personalengpässe in Gesundheitsämtern und Senior*innenheimen zu überbrücken, haben manche Kommunen das Angebot notgedrungen angenommen. Die Uniformierten machen dort tatsächlich das „was wirklich zählt“, wie es die Bundeswehr in ihrer propagandistischen Nachwuchswerbung für sich reklamiert. Sich an Waffen ausbilden zu lassen an und sie einzusetzen, löst keine Konflikte, sondern verschärft sie. Die Abschreckung funktioniert allenfalls vorübergehend und führt zu Aufrüstung. Soldat*in zu sein ist kein Beruf wie jeder andere – so eine gängige Behauptung – denn töten und getötet werden, verlangt kein anderer Arbeitgeber.

Militärapparate wie die Bundeswehr verschwenden menschlichen und materiellen Ressourcen und verschmutzen die Umwelt bereits beim Üben und bei Manövern. Wenn wir es schaffen, dass die Politik den Rüstungsetat kürzt und die Bundeswehr kontinuierlich reduziert, dann stehen Finanzmittel u. a. für das Gesundheitswesen zur Verfügung und Soldat*innen könnten im THW und anderen Bereichen das machen, was wirklich zählt.

Viele Beschäftigte verlassen Krankenhäuser und Pflegeheime

Redner*innen von der verdi-Jugend und der Jugend- und Auszubildendenvertretung am Uniklinikum wiesen auf die hohe Arbeitsbelastung von Pfleger*innen und deren schlechte Bezahlung hin. Deshalb hätten bereits 9000 Pflegekräfte diesen Bereich verlassen. Die Intensivstationen seien nicht erst seit Corona überlastet und nötig sei eine bedarfsgerechte Personalbemessung. Kliniken und Heime dürften nicht privatisiert und der Gewinnmaximierung ausgeliefert werden.

In eine Gewerkschaft einzutreten und sich zu engagieren, ist sehr zu empfehlen. So kann es besser gelingen, dass die Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen und gute Gehälter erstreiten und ggf. erstreiken. Auch gesellschaftspolitische Ziele lassen sich besser erreichen, beispielsweise die Spaltung zwischen Arm und Reich zu überwinden wie auch Egoismus und Entsolidarisierung. Wer sich im Betriebsrat oder der Jugendvertretung mit der Gewerkschaft engagiert, kann die Möglichkeiten der betrieblichen Mitbestimmung besser wahrnehmen und lernen, wie man sich für bessere Arbeitsbedingungen und betriebliche Demokratie einsetzen kann.

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