Was Rheinmetall-Waffen im Jemen anrichten - mit Genehmigung der Bundesregierung

Beim 14ten Lesen.Hören Literaturfest in Mannheim haben die Veranstalter mit „Nachrichten aus Jemen. Drei Frauen berichten von dort“ ein aktuelles politisches Thema aufgegriffen. Offensichtlich hatten sie eine gute Entscheidung getroffen, denn mit 300 bis 400 Personen war die Alte Feuerwache gut gefüllt.

Im Jemen führen seit fünf Jahren verschiedene Kriegsparteien einen blutigen Krieg, töten Menschen und lösen unsägliches Leid aus. So setzen insbesondere Saudi-Arabien und die von ihr geführte Jemen-Kriegskoalition bei Luftangriffen Waffen und Munition auch gegen die Zivilbevölkerung ein. Produziert werden diese Waffen von Rüstungsfirmen wie Rheinmetall und Airbus. Zusätzlich liefern deutsche Rüstungsfirmen Bauteile an andere europäischen Rüstungsfirmen, beispielsweise Teile für den vom britischen Rüstungskonzern BAE Systems gelieferten Eurofighter, der im Jemen-Krieg eingesetzt wird.

Offener Brief + Flyer von Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!Noch nicht informierten Leuten wichtiges Wissen weitergegeben

Die Veranstalter haben es der DFG-VK-Gruppe MA-LU ermöglicht, den Flyer der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ und einen von ihr angeregten Brief als Hintergrundinformationen auszulegen. In diesem „Offenen Brief an die Mitglieder des Bundessicherheitsrates“ fordern 56 namhafte nationale und internationale Organisationen (darunter Greenpeace, Amnesty international, Care) von der Bundesregierung den befristeten Waffenexportstopp nach Saudi-Arabien unbefristet zu verlängern. Außerdem soll er auf Zulieferteile und auf die anderen Staaten der Jemenkriegskoalition auszuweitet werden. Unser Material wurde von den Besuchern interessiert angenommen. So konnten wir Leute informieren, denen das Engagement der DFG-VK für das Rüstunsexportverbot nicht bekannt war. Wir hoffen, dass es für manche eine Anregung ist, selbst aktiv zu werden und beispielsweise mithilfe von abgeordnetenwatch.de eine Frage an Bundestagsabgeordnete zu stellen.

Was „unsere“ Waffen anrichten

Bei dem von Saudi-Arabien angeführten Luftkrieg werden regelmäßig Schulen, Krankenhäuser und Wohnungen zerstört. Durch die Bomben der Serie MK80 von Rheinmetall und durch den Eurofighter von BAE Systems werden auch Kinder getötet und alle Hoffnungen der Überlebenden zunichte gemacht. Das wurde auf beklemmende Weise spürbar, als die Schauspielerin Julia Koschitz aus dem Buch „Was hast du hinter dir gelassen?“der jemenitischen Autorin Bushra al-Maktari vorlas. Nachvollziehbar wurde die verzweifelte Lage für die Jemenitinnen und Jemeniten auch durch die Schilderungen von Jana Brandt von den Ärzten ohne Grenzen. In den Zentren dieser Hilfsorganisation werden die Menschen mit medizinischer Hilfe und Medikamenten versorgt. Und auch diese blieben von Angriffen nicht verschont, obwohl das gegen das humanitäre Völkerrecht verstößt.

Moderator Jörg Armbruster, ehemaliger ARD-Nahostkorrespondent, fragte in der Schlussrunde, weshalb der Jemenkrieg in den Medien wenig präsent sei und was gegen diesen Krieg getan werden könne. Jana Brandt appellierte an die Bundesregierung das Morden zu beenden, indem diese ihre Möglichkeiten ausschöpft. An dieser Stelle hätten wir ergänzend gerne in den Saal gerufen, dass es gut ist, den "Offenen Brief" zu verbreiten und über ihn zu reden oder die Mitmachen-Angebote von Aktion Aufschrei wahrzunehmen.

Handle jetzt, werde aktiv: Was du tun kannst

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