Atomwaffen ab ins Museum

Pacemakers Radmarathon – 340 Kilometer Rennradfahren für atomare Abrüstung

Transparente für Abrüstung am Reiss-Engelhorn-Museum Noch ist es ein weiter Weg, bis Atomwaffen als eines der schlimmsten Tötungsinstrumente im Museum kopfschüttelnd bestaunt werden können. Am 3. August 2019 haben sich wenige Tage vor dem Hiroshima-Tag (6. August) rund 150 Rennradfahrer*innen auf den Weg gemacht, um sich für das (noch) visionäre Ziel der vollständigen atomaren Abrüstung einzusetzen. Auch dieses Mal wurden die sportlich und politisch motivierten Sportler*innen von der Stadt Mannheim mit erfrischenden Getränken und stärkenden Nudeln und Soße im Namen von Schirmherrn OB Peter Kurz empfangen. Kuchen wurde in bewährter Manier von Hedi Sauer-Gürth beigesteuert, die Mitglied in der DFG-VK-Gruppe MA-LU ist. Das hat genauso Tradition wie das Engagement von weiteren DFG-VK-Mitgliedern und vom Friedensplenum Mannheim, um dieses außergewöhnliche sportlich-politische Ereignis auch in der Quadratestadt zu einem Erfolg zu machen. Neu war allerdings, dass der Ort des Geschehens nicht der Platz vor dem Rathaus, sondern der vor dem Reiss-Engelhorn-Museum war.

Der Vernunft zum Durchbruch verhelfen

Stadtrat Raymond Fojkar begrüßte die Abrüstungsradler*innen im Namen der Stadt Mannheim und würdigte nicht nur ihren enormem sportlichen Einsatz, den sie auf der 338 Kilometer langen Strecke an den Tag legen. Er wies darauf hin, dass mit der Kündigung des INF-Vertrages zuerst durch die USA und dann durch Russland der nuklearen Abrüstung ein schwerer Schlag versetzt worden ist. Um so wichtiger sei es daher, sich weiterhin für atomare Abrüstung einzusetzen und den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Dass die Bundesregierung genau das tut ist, die Absicht des ICAN-Städteappels (ICAN = International Campaign to Abolish Nuclear weapons, Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen). Es laufen entsprechende Vorbereitungen, einen Antrag in den Gemeinderat einzubringen, damit auch Mannheim den ICAN-Städteappel annimmt. Die DFG-VK MA-LU hatte sich im bereits im Mai mit einer entsprechenden Bitte an CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD gewandt.

 

Abrüstungserfolge bekanntmachen und verteidigen

Die atomaren Mitttelstreckenraketen einschließlich Atomsprengköpfen bekannt unter dem Namen Pershing (USA) und SS 20 (Sowjetunion) wurden aufgrund des INFVetrages aus Deutschland abgezogen und verschrottet. Das war eine zentrale Forderung der Friedensbewegung in den 1980er-Jahren und sie wurde Wirklichkeit aufgrund des INF-Vertrags, den die USA und die Sowjetunion abgeschlossen haben. Statt dem INF weitere Rüstungskontroll- und Abrüstungsabkommen folgen zu lassen, wurde der INF-Vertrag durch US-Regierung und dann auch durch die russische Regierung gekündigt und ist seit dem 3. August abgeschafft. Das ist furchtbar, denn mit dem von den USA zu verantwortenden Schritt wird das Wettrüsten erneut angefacht. Atomwaffen schützen niemand und haben keinen Vorteil, bereits ihr Bau, ihr Unterhalt und ihre Einsatzbereitschaft verschlingen enorme materielle Ressourcen und geistige Kapazitäten, die nicht nur bei der Verhinderung der Klimakatastrophe fehlen.

Auf diese Gefahren wies Hedi Sauer-Gürth als Rednerin für das Friedensplenum Mannheim ebenso hin wie auch auf die Tatsache, dass in Deutschland in der Luftwaffenkaserne in Büchel in der Nähe von Koblenz immer noch 20 Atomsprengköpfe lagern. Sie warb dafür, sich mit Ausdauer und Kreativität sowohl für deren Abzug als auch für eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen.

Für einen besonderen Klimawandel kämpfen

Die Friedensbewegung setzt sich schon sehr lange dafür ein, sowohl Atomwaffen als auch Atomkraftwerke abzuschaffen. Wo diese betrieben werden, ist der Bau von Atombomben nur ein kleiner Schritt. Abbau und Verarbeitung von Uranerz gefährden die Umwelt genauso wie auch der Betrieb von Atomkraftwerken. Viele Jahre setzten die A-Waffen-Staaten beim Test von Atombomben hemmungslos Radioaktivität frei, bis diese endlich aufgrund des Drucks der Friedensbewegung verboten wurden.

Das Streben nach der A-Bombe und das Festhalten an deren Besitzt sowie am Abschreckungsdogma bewirken, dass sich nur die Atomwaffenlobby freuen kann. Das politische Klima wird dadurch schwer belastet und verhindert die in den 1980er-Jahren möglichen vertrauensbildenden Maßnahmen. Hier ist ein – politischer - Klimawandel dringender denn je. Wenn wir uns dafür einsetzen unterstützen wird (indirekt) auch die Ziele der Fridays for Future. Im Übrigen verstößt der Einsatz von Atombomben und sogar die Drohung mit deren Einsatz gegen das Völkerrecht. Wichtig ist, dass möglichst viele Menschen daran immer wieder erinnern sollten und von der Bundesregierung fordern müssen, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen.

Medienecho

Neben lokalen Zeitung berichteten auch viele regionale Zeitungen

Mannheimer Morgen
Mannheimer Morgen Fotostrecke

Siehe auch die Links zu Fernseh- und Medienberichten auf der Seite der DFG-VK BaWü

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