Abrüsten statt Aufrüsten und Rüstungsexporte stoppen

DFG-VK wirbt für Friedensziele beim Gemeindefest in Neckarhausen

Dass wir als DFG-VK-Gruppe MA-LU gleich an zwei Tagen in die Öffentlichkeit gegangen sind, war selbst für uns ungewöhnlich. Und auch die Gemeinde und der Veranstaltungsort waren für uns nicht alltäglich, denn wir haben am Wochenende 14./15. Juli 2018 beim Gemeindefest „Rund ums Schloss“ in Neckarhausen Flagge gezeigt und unser Gewehr präsentiert - das zerbrochene Gewehr der War-Resisters versteht sich.

Als am Samstag um 16 Uhr Schüsse krachten, gab es keine Panik, denn es waren die Böllerschüsse des Schützenverein die das Fest eröffnen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir den DFG-VK-Stand längst aufgebaut und mit den Transparenten „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel! sowie „Grenzen öffnen für Menschen. Grenzen schließen für Waffen.“ unsere pazifistisch antimilitaristische Forderungen in die Öffentlichkeit gebracht.

Wir verdanken es dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Neckarhausen des VdK Sozialverbands, Achim Wirths, dass wir für unser Schwerpunktthema Rüstungsexportstopp sowie die Erklärung „Abrüsten statt Aufrüsten!“ bürgernah werben konnten. Denn der VdK hat seinen Stand beim Fest dieses Jahr dem Thema Friedenspolitik gewidmet und dafür einen Partner gesucht und ihn in der DFG-VK schnell gefunden. Achim hat uns als Organisation, die sich für Kriegsdienstverweigerer einsetzt, noch in guter Erinnerung. Der positive Eindruck wurde durch unsere Internetpräsenz bestätigte und erleichterte die Kontaktaufnahme.

„Hier können Sie etwas für den Frieden tun!”

Unterschriftensammlung für Wir konnten unseren Stand im der Toreinfahrt des Schlosses aufstellen, an einer Stelle mit viel Publikumsverkehr. Wir begrüßten viele, die den Torbogen passierten mit der Einladung „Hier können Sie etwas für den Frieden tun!” und konkretisierten: „Unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift die Kampagne „Abrüsten statt Aufrüsten“! Viele Leute reagierten positiv auf unsere Bitte und rund 50 Personen unterschrieben unsere Forderung. Offensichtlich kommt diese Unterschriftensammlung in einer Zeit gerade richtig, wo sich Bundesregierung, NATO und die US-Regierung einig sind die Rüstungsausgaben zu erhöhen und nur die Frage umstritten ist, wie stark sie weiter steigen sollen.

Viele Leute waren auch bereit, die Protestpostkarte „Munitionsexporte der Rheinmetall AG stoppen“ zu unterschreiben, die an Rheinmetall-Boss Armin Papperger adressiert ist. Um sicherzustellen, dass die Karten tatsächlich auch abgeschickt werden, boten wir an, sie im Sammelumschlag gemeinsam abzuschicken. Das Angebot nahmen viele an, sodass nun weitere 20 Karten an den Rüstungskonzern geschickt werden.

Skeptiker fragten, was eine Protestpostkarte denn schon bewirken könne. Wir erinnerten sie daran, dass es beispielsweise gelungen ist, den Daimler-Konzern durch jahrelange Proteste und Überzeugungsarbeit zum Ausstieg aus der Produktion von Antipersonen-Minen zu bewegen, oder dass Heckler & Koch keine Gewehre mehr in Länder in Kriegs- und Kriegsregionen liefern will. Zunächst die Munitionsexporte von Rheinmetall zu stoppen ist ein Zwischenziel, um am Ende die Forderung „ Rheinmetall entrüsten“ Wirklichkeit werden zu lassen. Deshalb wird immer wieder auf den Aktionärsversammlung oder vor den Werkstoren von Rheinmetall für Rüstungskonversion (Umstellung auf zivile Produktion) geworben oder es werden Blockadeaktionen durchgeführt.

Die Waffen nieder!

Dosenwurfspiel Die Waffen niederMit ihrem Roman „Die Waffen nieder!“ rüttelte die DFG-Gründerin Bertha von Suttner vor über 125 Jahren viele Menschen auf, die sich daraufhin gegen Kriege und für Abrüstung engagierten. Wir haben das Motto aufgegriffen und für unser Dosenwurfspiel verwendet. Dazu wurden Dosen mit Fotos von Panzern, Kampfflugzeugen und anderen Waffen beklebte. Die Dosen werden aufeinander gestapelt und es gilt nun, diese spielerisch mit dem Ball abzuwerfen, was bei Kindern gut ankommt. Wenn wir den Kindern damit eine Alternative zu Ballerspielen anbieten, fragen wir nach, wie sie das Motto und die Aufforderung „Frieden schaffen ohne Waffen!“ verstehen. Dabei wird deutlich, dass den Kindern bewusst ist, dass Waffen und Krieg etwas schlimmes ist.

Verantwortung übernehmen

Protestpostkarten an RheinmetallWenn Politikerinnen und Politiker Waffen und oder Soldatinnen und Soldaten in Kriegs- und Krisenregionen schicken, verbrämen sie das damit, dass sie behaupten, Deutschland müsse Verantwortung übernehmen. In Wirklichkeit wird damit Öl ins Feuer gegossen. Außerdem sollen die Bürger still und passiv gehalten werden, und ihnen der Blick dafür verstellt werden, dass sie selbst Verantwortung übernehmen können. Sich mit seinem Namen und seiner Unterschrift an die Regierung zu wenden, ist ein gutes Beispiel dafür, wie man ein kleines Stück Verantwortung übernehmen kann.

DFG-VK hat einen guten Namen

Neben den Unterschriften und Postkarten haben wir uns über die vielen positiven Rückmeldungen und Gespräche gefreut. Es tut gut, wenn sich die Leute über unser Engagement freuen und bedanken. Aufschlussreich war auch, dass einige Männer, die sich damals der Gewissensprüfung unterziehen mussten, um als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden, die DFG-VK in guter Erinnerung haben. Sie freuten sich, dass es uns immer noch gibt und wir aktiv sind.

Gesammelte UnterschriftenblätterEs hat sich also gelohnt, dass wir am Samstag und Sonntag einige Stunden unserer Freizeit eingesetzt haben, um wichtige Themen in die Öffentlichkeit zu bringen. Sich mit anderen Menschen von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten, ist eine gute Möglichkeit, unsere pazifistischen Argumente und Überzeugung andern Menschen bekannt zu machen und darüber (kontrovers) zu diskutieren. So können wir neue Erkenntnisse hervorrufen und dabei Druck auf die (politischen) Entscheidungsträger machen.

Mehr Informationen (fürs eigene Handeln)

  • Man kann die Erklärung „Abrüsten statt Aufrüsten“ auf der Internetseite der Kampagne abruesten.jetzt unterschreiben. Dort kann man Informationsmaterial lesen und herunterladen, u. a. auch Unterschriftenlisten.
  • Die Protestpostkarte „Munitionsexporte der Rheinmetall AG stoppen“ kann auf der Internetseite von Ohne Rüstung Leben gelesen und bestellen werden wie auch Infos über Rheinmetall AG und ihre Methoden.
  • Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel! ist eine Kampagne, bei der die DFG-VK eine Trägerorganisation ist. Im Aufschrei-Internet-Portal www.aufschrei-waffenhandel.de wird laufend über Rüstungsexporte und auch Mitmachaktionen informiert. Wer dort den Newsletter abonniert, ist besser auf dem Laufenden.
  • Der DFG-VK-Shop PAZIFIX bietet einen Flyer zu Rüstungsexporten sowie anderes Material an (um selbst aktiv zu werden).
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