
Die Stadt Mannheim hatte gemeinsam mit dem Reservistenverband am 15. Juni 2025 einen offiziellen Empfang für 200 Veteranen im historischen Zeughaus – ehemals Kaserne und Waffenkammer, heute Teil der Reiss-Engelhorn-Museen veranstaltet.
Ein kurzfristig entstandenes Bündnis aus DFG-VK, Interventionistischer Linker (IL), Initiative Soziale Kämpfe (ISK) und Die Linke rief zur Gegenkundgebung mit anschließender Demonstration auf.
Deutlicher Protest – auch bei strömendem Regen
Rund 70 Teilnehmende versammelten sich auf dem Toulonplatz gegenüber dem Zeughaus. In mehreren Redebeiträgen wurde die Militarisierung deutlich kritisiert. Die DFG-VK verlieh symbolisch Buttons als Kriegsdienstverweigerungs-„Orden“, die auf große Zustimmung stießen.

Ein zentrales Element des Protests war das 22 Meter lange Banner der IL mit der Aufschrift: „Verweigern. Desertieren. Sabotieren.“
Das Banner wurde vor dem Zeughaus entrollt und später durch die Innenstadt getragen – als unübersehbares Statement gegen die Normalisierung des Kriegs. Es richtete sich klar an die Veranstalter*innen im Inneren des Zeughauses: Nicht alle akzeptieren diesen Kurs – es gibt Widerstand, und er wird lauter.
Trotz eines massiven Wolkenbruchs zog die Demonstration entschlossen durch die Mannheimer Innenstadt – vom Zeughaus über den Marktplatz bis zum Paradeplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand.
Der sogenannte Tag der Veteranen ist Teil einer größeren politischen Strategie: Die Gesellschaft soll auf Aufrüstung und Krieg vorbereitet werden – kulturell, psychologisch und strukturell. Der Veteranentag ist dabei nur ein Baustein in einem Mosaik aus Wehrpflichtdebatte, 100-Milliarden-Sondervermögen und medialem Heldendiskurs.
Ein breites Bündnis antimilitaristischer Organisationen und von DFG-VK-Gruppen engagierte sich auch in Karlsruhe gegen den Veteranentag, siehe den Bericht auf der Seite der DFG-VK-Landesverbandes.
Veteranentag? WIR FEIERN EURE KRIEGE NICHT!

Unterstütze und teile diese gemeinsame Aktion von Die Linke Mannheim, DFG-VK, Initiative Soziale Kämpfe, IL Interventionistische Linke und den folgenden Aufruftext.
Deutschland macht sich bereit für Kriegsführung. Ein Teil davon: Der sogenannte „Veteranentag“, der am 15. Juni zum ersten Mal stattfindet. Dieser Tag soll zum einen mehr Aufmerksamkeit auf die Anliegen von Veteranen lenken, zum anderen den gesellschaftlichen Respekt für den Dienst an der Waffe fördern. Auch in Mannheim soll es nun kurzfristig eine Veranstaltung geben. Angekündigt ist ein Empfang mit 200 Gästen im Zeughaus.
Dieser neue Heldenkult steht nicht für sich alleine. Er ist Teil einer umfassenden Militarisierung der Gesellschaft. Unvorstellbare Summen fließen in Sondervermögen für noch mehr Rüstung und Waffen, bald soll es wieder eine Wehrpflicht geben, und an den ersten Schulen gibt es bereits das Fach „Zivilschutz“.
Dagegen wehren wir uns! Wir wollen keine Kriegslogik in unseren Köpfen. Wir wollen keine Waffen in unseren Händen. Wir wollen keine toten Körper in den Schützengräben der Kriege.
Wir verweigern uns, und stellen uns Militarisierung und Kriegslogik entgegen. Geht mit uns auf die Straße, wenn in Mannheim Veteranen empfangen werden. Wir feiern eure Kriege nicht! Gegen Rüstung und Heldenkult – für Frieden und Sicherheit!
13 Uhr Kundgebung auf dem Toulonplatz
14 Uhr Demonstration durch die Innenstadt
Kein Veteranentag! – Für eine friedensfähige Gesellschaft statt Kriegstüchtigkeit

Am 15. Juni 2025 soll erstmals bundesweit ein offizieller Veteranentag in Deutschland stattfinden – nach dem Vorbild der USA. Dieser Tag soll aktive und ehemalige Soldaten ehren und militärisches Engagement öffentlich würdigen.
Doch die DFG-VK sagt klar:
Dieser Tag ist kein Fortschritt, sondern ein gefährlicher Rückschritt. Als Pazifist*innen stehen wir für eine Gesellschaft, in der Konflikte ohne Gewalt gelöst werden. Unsere Haltung ist klar: Frieden schaffen ohne Waffen! Friedensfähig statt kriegstüchtig!
Warum wir den Veteranentag ablehnen:
- Verklärung von Kriegseinsätzen: Der Veteranentag soll Soldat*innen ehren – ungeachtet der politischen, ethischen oder völkerrechtlichen Fragwürdigkeit ihrer Einsätze.
- Normalisierung von Militarismus: Die öffentliche Präsenz des Militärs wird weiter ausgebaut, während kritische Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt verdrängt wird.
- Unsichtbarkeit der Opfer: Zivilist*innen, Kriegsversehrte und Traumatisierte bleiben in der offiziellen Darstellung unberücksichtigt.
- Gefährlicher Rückschritt:
Deutschland war einst eine zutiefst militarisierte Gesellschaft. Erst die beispiellosen Verbrechen der NS-Zeit führten zu einer bewussten Abkehr von Militarismus. Ein offizieller Veteranentag ist für uns ein Schritt zurück in diese dunklen Zeiten – hin zu einer Gesellschaft, in der Krieg wieder als normal und notwendig gilt. Dagegen setzen wir unsere Verantwortung für Frieden, Menschenrechte und Völkerrecht.