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Kriegsdienstverweigerung

09/08/2026

Widerstand gegen Militarisierung und Sozialabbau

Seit Monaten und auch künftig engagieren sich Organisationen aus der Friedensbewegung, Gewerkschaften, Sozialverbänden und Teile der Parteien gegen die Angriffe auf den Sozialstaat. Dabei werden Aufrüstung, Wehrpflicht, Bundeswehrwerbung und -rekrutierung sowie die Wehrpflicht mehr oder weniger deutlich kritisiert. Die DFG-VK wehrt sich gegen immer mehr Rüstungsausgaben und Waffenproduktion und -exporte und unterstützt Menschen, die das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung gemäß Artikel 4, Absatz 3 des Grundgesetzes in Anspruch nehmen wollen. Wir wollen die Wehrpflicht abschaffen und Unterstützen die Schülerinnen und Schüler beim Schulstreik gegen Wehrpflicht.

Protest gegen Sozialabbau

150 Menschen wehrten sich am 22. August 2026 am Mannheimer Paradeplatz gegen Sozialabbau und Aufrüstung. Aufgerufen hatten Die Linke und Sozialverbände und in zahlreichen Reden wurden die Kürzungen im Gesundheitswesen kritisiert und die Abschaffung der Achtstundentages zurückgewiesen. Paul von der DGB-Jugend wies darauf hin, dass das Bildungswesen verbessert werden müsse und sprach sich gegen die massive Werbung der Bundeswehr in der Öffentlichkeit und den Schulen aus. Vera engagiert sich bei den Schulstreiks gegen Wehrpflicht und machte deutlich, dass die Jugend sich nicht für Krieg und Aufrüstung missbrauchen lassen will. Stattdessen sprach sie sich für bessere Bildung und mehr Mitsprache junger Menschen aus. Rede von Vera öffnen

Kategorie: Kriegsdienstverweigerung, Mitmachen, Wehrpflicht

03/09/2026

Bundesweiter Schulstreik gegen Wehrpflicht in Mannheim

Lieber das Demonstrationsrecht wahrnehmen als die Schulbank drücken, haben viele Schülerinnen und Schüler entschieden und versammelten sich am 5. März 2026 in Mannheim am Plankenkopf. Insgesamt waren um 11:30 Uhr rund 300 Personen gekommen, darunter mehrheitlich junge Menschen. Seit Beginn des Jahres schickt die Bundeswehr allen, die ab 2008 geboren wurden, einen Fragebogen zur Wehrpflicht, den Männer beantworten müssen. Zusätzlich hat die Regierung beschlossen, dass ab Juli 2027 für alle 18-jährigen Männer die Musterung verpflichtend ist. Auch ältere Menschen waren gekommen, um sich mit dem Schulstreik zu solidarisieren.

„Die Jungen wollen eine Zukunft, die Reichen wollen Krieg“
Nach den Reden zum Auftakt setzten sich die Anwesenden zur Demonstration in Bewegung durch die Fressgasse, am Marktplatz vorbei bis zum Alten Meßplatz. Die Stimmung war optimistisch und lautstark. Parolen wurden gerufen: „Nie wieder Wehrpflicht“, und „“Kein Cent, kein Mensch der Bundeswehr“.

„Eure Kriege ohne uns“
In weiteren Reden begründeten die jungen Leute, warum sie die Wehrpflicht ablehnen. Sie kritisierten die Aufrüstung und drückten ihr Unbehagen mit der Kriegsvorbereitung aus. Stattdessen forderten sie taugliche Schulen und gute Bildung.
Abschließend gab es eine symbolische Abrüstungsaktion in Form einer Piñata. Mit Fahnen wurde auf einen Papp-Panzer geschlagen bis er platzte und daraus Süßigkeiten regneten.

Völkerrecht, Menschenrechte, Kriegsdienstverweigerung
Die DFG-VK Mannheim-Ludwigshafen hatte zur Teilnahme aufgerufen und einen Infostand mit Informationen über die Inanspruchnahme des Grund- und Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung aufgestellt. Wie das Verfahren für Zivilist:innen abläuft wurde auf einem großen Roll-up grafisch dargestellt und hervorgehoben, dass sich Interessierte auf der DFG-VK-Internetseite verweigern.info informieren können. Zusätzlich kann man eine persönliche Beratung vereinbaren, indem man eine Mail schreibt an kdv-mannheim@dfg-vk.de Sie ist gedacht für Leute aus der Regionen Mannheim, Weinheim und Viernheim. Weitere regionale Anlaufstellen werden hier genannt kdv.dfg-vk.de/nicht-gemustert/

Nach dem Schulstreik ist vor dem Schulstreik
Die Organisierenden des Schulstreiks brachten ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, dass sie weitere Streikaktionen durchführen wollen. Erfreulich ist, dass Schulstreikaktionen an über 100 Orten durchgeführt wurden.

Erfreuliches Medienecho
Zweiter Schulstreik gegen die Wehrpflicht – diesmal auch in Mannheim [mit Video und Bildergalerie], Kommunalinfo Mannheim, 6.3.26

Schulstreik gegen Wehrpflicht: Rund 300 Jugendliche demonstrieren in Mannheim, Mannheimer Morgen, 7.3.26 (hinter Bezahlschranke)

Kategorie: Kriegsdienstverweigerung, Wehrpflicht Stichworte: KDV, Schulstreik, Wehrpflicht

12/25/2025

Schutz und Asyl für alle Kriegsdienst­verweigerer*innen – weltweit!

Das war unsere klare Forderung an die Politik, die wir am 13. Dezember 2025 mit einer Mahnwache am viel frequentierten Mannheimer Plankenkopf in die Öffentlichkeit brachten. Sie war auch ein Akt der Solidarität mit den Menschen, die das Grundrecht und Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung in Anspruch nehmen und sich dem Krieg widersetzen. In vielen Ländern wie beispielsweise in Russland, Ukraine, Türkei oder Israel werden sie deswegen ausgegrenzt, bestraft, eingesperrt. Stellvertretend für viele andere haben wir Kriegsdienstverweigerer aus unterschiedlichen Ländern mittels Plakaten präsentiert. So konnten Interessierte erfahren, was sie motiviert hat, sich gegen Militär und Töten zu entscheiden.

Nein zur Wehrpflicht

Wir haben uns am bundesweiten SchülerInnenstreik gegen Wehrpflicht und alle Zwangsdienste beteiligt. Logisch, dass wir diese Forderung wieder aufgegriffen und auf unsere Webseite verweigert.info hingewiesen haben. Dort erfährt man, was zu tun ist, wenn man den Kriegsdienst verweigern will. Dafür muss deutlich machen, dass man Artikel 4 Absatz 3 Grundgesetz in Anspruch nehmen möchte. „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Am Infotisch lagen Sticker und Anstecker aus sowie kleine Zettel mit Artikel 4, 3, GG und selbst gebackene Plätzchen.

Nachhaltiger Frieden für die Ukraine

Viele Männer haben Russland und die Ukraine verlassen, weil sie diesen blutigen Krieg nicht unterstützen wollen. Für sie und andere KDV und Deserteure fordern wir ein dauerhaftes Bleibe-Recht in Deutschland und anderen EU-Ländern.

Ein sieben Meter breites Banner machte deutlich, dass wir uns für einen nachhaltigen Frieden in der Ukraine einsetzen, den es durch Deeskalation, Waffenstillstand und Verhandlungen zu erreichen gilt.

Wir haben darauf hingewiesen, dass nur Abrüstung wirkliche Sicherheit bewirken kann. Und haben uns für Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit ausgesprochen.

Kategorie: Kriegsdienstverweigerung, Kundgebung+Mahnwache

12/09/2024

Krieg? Nicht mit uns!


Die Organisation zur Unterstützung von KDV, Connection e.V., hat aktuelle Informationen zur Situa­tion von KDV und Deserteuren zusammengestellt, die die Wochenzeitung Freitag in einer vier­seitigen Zeitungsbeilage veröffentlicht hat. Darin wird deutlich, wie wertvoll es ist, dass sich Men­schen in Russland, Ukraine, Israel, Türkei und anderen Ländern dem Militär auf unterschiedlichste Weise entziehen und die Kriegsführung erschweren.
Beilage als PDF öffnen

Kategorie: Kriegsdienstverweigerung, Wissen

06/25/2024

Israelische Kriegsdienstverweigerin und ihr Engagement gegen Gewalt

Am 5. Juli 2024 war die israelische Kriegsdienstverweigerin Or bei einer Veranstaltung der DFG-VK, Gruppe Mannheim-Ludwigshafen in Kooperation mit Connection e.V. im Bürgerhaus Neckarstadt-West in Mannheim zu Gast. Or ist arabische Jüdin, Israelin und pro-palästinensische Aktivistin. Sie berichtete sehr plastisch, wie sie sich seit 20 Jahren für Menschen- und Tierrechte einsetzt uns was sie mit anderen Aktivist:innen tut um das Ende der Besatzung der palästinensischen Gebiete und einen gerechten Frieden zu erreichen. Sie ist Koordinatorin bei New Profile, einer feministisch-antimilitaristischen Bewegung, die Kriegsdienstverweiger*innen unterstützt.

In ihrem Vortrag ging sie auf die Situation in Israel/Palästina nach den Angriffen der Hamas am 7. Oktober 2023 ein und stellte dar, wie die Militarisierung der israelischen Gesellschaft mit dem Widerstand gegen den Krieg im Gazastreifen und der Besetzung des Westjordanlandes zusammenhängt. An konkreten Beispielen beschrieb sie, wie Menschen und Organisationen in Israel und Palästina miteinander sprechen und gemeinsame Aktionen gegen Militäreinsätze, Gewalt und Terror durchführen als Alternative zu militärischer „Verteidigung“.

Trotz eines EM-Fußballspiels waren rund 40 Personen gekommen, um Ors Vortrag zu hören und nutzten die Gelegenheit, viele Fragen zu stellen. Das alles übersetzte Dieter von der Nahost-Gruppe Mannheim dankenswerterweise und souverän ins Deutsche.

Nachlesen lohnenswert

Connection präsentiert auf seiner Webseite einen Bericht von Or über die Arbeit von New Profile. Es lohnt sich diesen zu lesen, wenn man nicht bei der Veranstaltung war und kann sich die vielen Aussagen noch einmal in Erinnerung rufen. zum Bericht

Kategorie: Kriegsdienstverweigerung

05/21/2024

Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung: #ObjectWarCampaign unterstützt Deserteure, Kriegsdienstdienst- und Rekrutierungsverweigerer

Logo RefuseWar

DFG-VK zeigt Dokumentarfilm über den Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann

Sich einem Krieg durch Verweigerung der Rekrutierung und des Kriegsdiensts oder durch Flucht und Desertieren zu entziehen, ist ein wichtiger Betrag, um Kriege zu verhindern und zu stoppen. Wenn Menschen deshalb in die Europäische Union und nach Deutschland fliehen, ist es wichtig, dass sie Asyl und Bleiberecht bekommen. Aktuell ist das insbesondere im Ukraine-Krieg wichtig. Die Ukraine verwehrt es ihren Bürgern, das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung in Anspruch zu nehmen. Zusätzlich hat sie die Rekrutierungsbestimmungen im Mai 2024 verschärft hat, sodass die Solidarität mit ukrainischen Männern wichtiger denn je ist. Die ukrainischen Konsulate außerhalb der Ukraine dürfen abgelaufene Pässe nicht verlängern und zwingen wehrpflichtige Männer in die Ukraine zu fahren. Dann ist die Ausreise schwierig und die Gefahr groß, dass sie das Land nicht mehr verlassen zu dürfen rekrutiert zu werden.

Humanitäre Visa und ein Bleiberecht
Deserteuren und Rekrutierungsverweigerer Asyl oder humanitäre Visa und ein Bleiberecht zu ermöglichen, ist die zentrale Forderung, die 30 Organisationen in Deutschland an die Bundesregierung stellen. Daher fanden um den Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung (15. Mai) Aktionen mit der Bezeichnung #ObjectWarCampaign an mehreren Orten statt.

Natürlich geht es auch darum, Kriegsdienstdienst- und Rekrutierungsverweigerer aus Russland und Belarus. Die von Innenministerin Nancy Faeser und Kanzler Olaf Scholz für verbal zugesagte Unterstützung muss jetzt in die Tat umgesetzt werden.

Die Nichtregierungsorganisation Connection e.V. mit Sitz in Offenbach berät Kriegsdienstdienstverweigerer und Deserteure aus allen Ländern und macht mit Aktionen Druck auf die Regierungen, dass das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung ohne Sanktionen in allen Ländern unbehindert Anspruch genommen werden kann. In der vierseitigen Zeitungsbeilage „Den Krieg verweigern“ (für die Wochenzeitung „Freitag“) porträtiert Connection KDV aus Russland und Ukraine, die in Deutschland leben und sich für ihr Recht engagieren.

Enthalten ist auch ein Interview mit der israelischen Kriegsdienstverweigerin Sofia Orr. Sie hat bereits vor dem brutalen Massaker und der Geiselnahme der Hamas in Israel erklärt, dass sie keinen Militärdienst leistet. Nach dem 8. Oktober 2024 blieb sie ihrer Haltung treu, obwohl klar war, dass mit heftiger Ablehnung konfrontiert sein wird.

Desertion und Fahnenflucht in der deutschen Wehrmacht

Die DFG-VK-Gruppe MA-LU hat sich an #ObjectWarCampaign mit einem Filmabend im Cinema Quadrat beteiligt und den Dokumentarfilm „Die Liebe zum Leben“ von Annette Ortlieb über den Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann gezeigt. Er ist einer von 30.000 Deserteuren, die im Zweiten Weltkrieg von den NS-Militärgerichten zum Tod verurteilt wurden. Baumann überlebte und wurde viele Jahre als Feigling und Vaterlandsverräter beschimpft. Jahrzehntelang setze er sich für die Aufhebung der Todesurteile ein. Es dauerte bis 2002, bis der Deutsche Bundestag die Unrechtsurteile aufgehoben hat. Gleichzeitig setzte sich Baumann für die Unterstützung von Deserteuren und KDV in aktuellen Konflikten und Kriegen ein.

Die Verbindung zur Gegenwart wurde mit zwei Kurzvideos hergestellt, die Aktionen von Connection und der Kampagne #ObjectWarCampaign in den Blick rückten, darunter die Übergabe von Unterschriften an das Büro der Europäischen Union in Berlin.

Im anschließenden Zuschauergespräch wurde Baumanns Haltung und Handeln gewürdigt und an seine Vorträge in Mannheim erinnert. Sein Wunsch war, das Deserteursdenkmal auf dem ehemaligen Kasernengelände Turley aufzustellen. Dort in der Nähe des André-Sephard-Wegs wäre heute eine passende Stelle. Derzetit steht es im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-Ost vor dem Buchladen Ecke Uhland- und Kobellstraße.

Die zunehmende Diskussion über die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht oder eines alle Geschlechter umfassenden Dienstes wurde von Zuschauern angesprochen und kritisiert.

#RefuseWar

#ObjectWarCampaign wird weltweit von vielen Menschen unterstützt. Mit einem persönlichen Statement können sie ausdrücken, weshalb sie hinter Kriegsdienstverweigerung und Desertion unterstützen. Wer die Webseite refusewar.org aufruft, sieht eine Weltkarte. Überall da, wo jemand ein Statement abgegeben hat, kann man das lesen, wenn man auf das Symbol mit dem Menschen, der ein Gewehr zerstört, anklickt beziehungsweise einen roten Kreis. Im Menü DE-Anleitung erfährt man, was zu tun ist, um eine Erklärung abzugeben.

Mahnwache vor dem Hauptbahnhof

Bereits am Nachmittag hatte das Friedensbündnis Mannheim eine Mahnwache für die ObjectWarCampaign vor dem Mannheimer Hauptbahnhof organisiert. Leere Stühle standen für die im Ukraine-Krieg Getöteten sowie für Deserteure und Rekrutierungsverweigerer. Trotz Dauerregen nahmen sich einige Passanten, die Zeit sich zu informieren und Zeitungsbeilage und Flyer mitzunehmen. Motivieren wirkt auch, dass sie sich für die Solidaritätsaktion bedanken

Kategorie: Aktionen, Kriegsdienstverweigerung Stichworte: Baumann, Desertion, Kriegsdienstverweigerung, Objectwarcampaign, RefuseWar

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